Zum Inhalt springen
Ratgeber

Photovoltaik finanzieren oder bar kaufen? Der ehrliche Vergleich

von Sven Rathje, Projektleitung Oktober 5, 2026 4 Min. Lesezeit
Photovoltaik finanzieren oder bar kaufen? Der ehrliche Vergleich
Kurz gesagt

Wer das Geld übrig hat, fährt mit dem Barkauf über die gesamte Laufzeit am günstigsten. Wer kein Eigenkapital binden will oder kann, startet mit einer Finanzierung trotzdem sofort – und spart ab dem ersten Sonnentag. Bei passender Laufzeit trägt die Stromersparnis die Rate.

  • Barkauf: höchster Gesamtgewinn, aber Ersparnisse sind gebunden.
  • Ratenkredit: kein Eigenkapital, Rate ersetzt einen Großteil der Stromrechnung.
  • KfW-Kredit 270: oft günstiger Zins, aber Hausbank und mehr Aufwand.
  • Solar-Miete: bequem, auf lange Sicht meist am teuersten.

Die vier Wege zur eigenen Solaranlage

Barkauf Ratenkredit über den Installateur KfW-Kredit 270 Solar-Miete
Eigenkapital voller Preis 0 € nicht nötig 0 €
Antrag – online, Entscheidung in Minuten über die Hausbank, vor Baubeginn beim Anbieter
Anlage gehört dir ja ja ja nein, meist erst nach 20 Jahren per Kaufoption
Zinsen keine marktüblich oft günstiger in der Miete enthalten
Sondertilgung – je nach Anbieter, teils jederzeit kostenlos je nach Vertrag meist nicht möglich
Grundschuld – meist keine je nach Bank keine

Rechenbeispiel: Barkauf gegen Finanzierung

Angenommen, eine Komplettanlage mit 10 kWp und 12-kWh-Speicher kostet 18.490 €. Der Haushalt zahlt heute 250 € Strom im Monat. Mit der Anlage sinken die Stromkosten um rund 183 € im Monat (Eigenverbrauch und Einspeisung zusammen), also rund 2.200 € im Jahr.

Barkauf Finanzierung, 15 Jahre
Eigenkapital am Start 18.490 € 0 €
Monatlich in Jahr 1–15 183 € weniger Stromkosten Rate 169 €, Ersparnis 183 € → +14 €
Kosten der Anlage gesamt 18.490 € 30.389 € (davon 11.899 € Zinsen)
Ersparnis über 25 Jahre 54.925 € 54.925 €
Vorteil nach 25 Jahren 36.435 € 24.536 €

Annahmen: angenommener effektiver Jahreszins von 7,5 %, Strompreis 38 ct/kWh, Einspeisevergütung 7,9 ct/kWh, 65 % Eigenverbrauch, keine Strompreissteigerung. Reines Rechenbeispiel, kein Kreditangebot.

Das Ergebnis ist eindeutig: Der Barkauf bringt am meisten. Aber auch mit Finanzierung bleiben nach 25 Jahren rund 24.500 € übrig – ohne dass am Anfang ein Euro Eigenkapital nötig war. Und: Wer wartet, bis das Geld zusammengespart ist, verliert in dieser Zeit jedes Jahr rund 2.200 € Ersparnis.

Ist ein Solarkredit eine Konsumschuld?

Rechtlich ist ein Solarkredit ein ganz normaler Ratenkredit. Wirtschaftlich ist er das Gegenteil einer Konsumschuld: Ein Auto oder eine Küche zahlst du aus deinem Einkommen ab, und sie verlieren an Wert. Eine Solaranlage erwirtschaftet ihre Rate selbst, weil du weniger Strom kaufst und Überschüsse einspeist. Nach der letzten Rate bleibt eine Anlage, die noch viele Jahre Strom liefert – Solarmodule halten deutlich länger als jede übliche Laufzeit.

Worauf du bei einer PV-Finanzierung achten solltest

  • Effektiver Jahreszins statt Sollzins: Nur der effektive Jahreszins enthält auch Gebühren wie eine Bearbeitungsgebühr. Er ist die einzige Zahl, mit der du Angebote vergleichen kannst.
  • Rate gegen Ersparnis: Wähle die Laufzeit so, dass die Rate nicht deutlich über deiner Stromersparnis liegt – oder plane bewusst eine höhere Rate, um schneller schuldenfrei zu sein.
  • Kostenlose Sondertilgung: So kannst du eine Steuererstattung oder Bonuszahlung nutzen und früher fertig sein.
  • Keine Grundschuld: Ohne Eintrag im Grundbuch bleibt dein Haus unbelastet.
  • Eigentum von Anfang an: Bei einem Kredit gehört dir die Anlage. Bei Miet- und Pachtmodellen nicht.
  • Laufzeit kürzer als die Lebensdauer: Die Anlage sollte abbezahlt sein, lange bevor sie an ihr Lebensende kommt.

Wann lohnt sich der KfW-Kredit 270?

Der KfW-Kredit 270 „Erneuerbare Energien – Standard“ finanziert Photovoltaik und Speicher und hat oft einen günstigeren Zins als ein normaler Ratenkredit. Beantragt wird er über die Hausbank – und zwar vor Beginn des Vorhabens. Das kostet Zeit, und je nach Bank werden Sicherheiten verlangt. Wer Zeit hat und eine kooperative Hausbank, sollte ihn prüfen. Wer schnell und unkompliziert starten will, ist mit einer Finanzierung über den Installateur meist besser bedient.

Warum Solar-Miete meist am teuersten ist

Bei der Solar-Miete zahlst du eine monatliche Pauschale, die Anlage gehört dem Anbieter. Das wirkt bequem, doch über die meist 20-jährige Laufzeit zahlst du in der Regel deutlich mehr als beim Kauf – und am Ende gehört dir die Anlage oft erst nach einer zusätzlichen Zahlung. Auch Sondertilgungen oder ein Anbieterwechsel sind meist nicht möglich.

Wie hoch wäre deine Rate?

Stell deine Stromrechnung und die Laufzeit ein und sieh sofort, ob die Ersparnis die Rate trägt – mit allen Konditionen unseres Finanzierungspartners Cloover.

Zum Raten-Rechner →

Häufige Fragen zur Photovoltaik-Finanzierung

Lohnt sich eine Solaranlage auch mit Kredit?

In vielen Fällen ja. Wenn die monatliche Stromersparnis die Rate trägt, kostet dich die Anlage praktisch nichts zusätzlich – und nach der letzten Rate sparst du die volle Summe. Über die gesamte Zeit ist der Barkauf zwar günstiger, setzt aber voraus, dass das Geld vorhanden ist.

Wie lange sollte die Laufzeit sein?

Eine Laufzeit von etwa 15 Jahren sorgt bei einem typischen Einfamilienhaus dafür, dass Rate und Ersparnis ungefähr gleich hoch sind. Kürzere Laufzeiten machen dich schneller schuldenfrei, kosten aber anfangs mehr als die Ersparnis.

Kann ich eine Solaranlage ohne Eigenkapital kaufen?

Ja. Viele Finanzierungen – auch die über unseren Partner Cloover – kommen ohne Anzahlung aus. Die Anlage gehört dir trotzdem von Anfang an.

Kann ich den Kredit früher zurückzahlen?

Das hängt vom Vertrag ab. Achte auf kostenlose Sondertilgungen. Bei der Finanzierung über Cloover sind Teil- und Komplettrückzahlungen jederzeit ohne Gebühr möglich.

Brauche ich für einen Solarkredit einen Grundbucheintrag?

Beim KfW-Kredit über die Hausbank verlangen manche Banken Sicherheiten. Ratenkredite über den Installateur kommen in der Regel ohne Grundschuld aus – bei Cloover gibt es weder einen Grundbucheintrag noch einen SCHUFA-Eintrag.

Kann ich Speicher und Wärmepumpe mitfinanzieren?

Ja. Speicher, Wallbox und Wärmepumpe lassen sich in der Regel mitfinanzieren. Für die Wärmepumpe gibt es zusätzlich bis zu 80 % KfW-Zuschuss – den Eigenanteil kannst du finanzieren.

Stand: Oktober 2026. Allgemeine Information, keine individuelle Finanz- oder Steuerberatung. Das Rechenbeispiel ist eine vereinfachte Modellrechnung; deine Zahlen ermitteln wir in der kostenlosen Beratung.

Weiterlesen

Mehr aus dem Ratgeber

Kostenlose Beratung & Festpreis-Angebot Unverbindlich, persönlich, vor Ort. Danach weißt du genau, ob es sich rechnet oder nicht.
Direkt beraten lassen 08321 788 2593 Anrufen Kostenloses Angebot